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Jan 23

Das sind die Ursachen von Krebs!

Krebs ist nicht gleich Krebs. Es gibt sehr viele verschiedene Erkrankungen, die alle unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Heute kennt man über 100 verschiedene Krebsarten. Sie zeichnen sich durch jeweils einen unterschiedlichen Verlauf, typische Beschwerden und verschiedene infrage kommende Ursachen bzw. Auslöser aus. In jedem Fall aber kommt es zu einer Veränderung im Erbmaterial der einzelnen Körperzelle. Die Veränderung bewirkt ein unkontrolliertes Wachstum. Solche Veränderungen können durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden. Sie können aber auch von innen heraus spontan entstehen. Defekte können außerdem auch vererbt werden.

Nicht für jede Krebserkrankung konnte man bisher konkrete Ursachen feststellen. Bei einigen Tumoren hingegen sind konkrete Erkrankungsauslöser bekannt, z. B. beim so genannten Asbestom, einem Tumor der Lunge, welcher durch das Einatmen asbesthaltiger Stäube entsteht.

Bei einigen bestimmten Medikamenten steigt das Risiko für Tumorerkrankungen ebenfalls an:

  • Immunsuppressiva sind Medikamente, welche vor allem nach Organtransplantationen eingesetzt werden, um die Aktivität des Immunsystems zu dämpfen und so das Risiko einer Abstoßungsreaktion herabzusetzen. Allerdings ist das Immunsystem dann auch nur eingeschränkt in der Lage, „krebsartig“ verändert Körperzellen zu zerstören oder in den Körper eingedrungene Krankheitserreger, die möglicherweise eine Krebserkrankung auslösen können (z. B. bestimmte Viren), zu bekämpfen.
  • Zytostatika sind Substanzen, welche für die Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Da sich ihre aggressive Wirkung aber nicht nur gezielt gegen die Tumorzellen richtet, sondern auch gesundes Gewebe angreifen kann, ist die Abwehrkraft des Körpers herabgesetzt. Insbesondere die Zellen des Immunsystems können nun ihren Aufgaben, Abtötung veränderter Körperzellen (die sich dann unter Umständen zu „Krebszellen“ weiterentwickeln können), Bekämpfung von Krankheitserregern, nicht mehr in ausreichendem Maße nachkommen.
  • Schmerzmittel, welche den Wirkstoff Phenacetin enthalten, schädigen die Nieren und können in diesen Organen zur Tumorbildung führen.
  • Hormonpräparate können den sehr sensiblen Hormonhaushalt des Körpers auch negativ beeinflussen, sodass sich bei einem aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt bestimmte Tumoren bilden können, die „hormonempfindlich“ sind, z. B. an der weiblichen Brust und an der Gebärmutterschleimhaut.

Weiterhin bestehen einige berufsbedingte Risiken, welche die Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen erhöhen. So kann es durch das Einatmen von Asbest- oder Silikonstaub zur Bildung von Lungentumoren, bei Kontakt mit Arsen zu Hautkrebs kommen. Radioaktive Strahlen erhöhen ebenfalls das Krebsrisiko, z. B. für die Leukämie („Blutkrebs“). Dies trifft auch für die im Rahmen einer medizinischen Strahlentherapie verwendete Strahlung zu.

Einige angeborene Erkrankungen stellen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Tumorentwicklung in dem betroffenen Organ dar, z. B. während der kindlichen Entwicklung nicht in den Hodensack gewanderte Hoden (die dann noch im Bauchraum liegen), Zystennieren oder der so genannte Tierfellnävus (stark behaarter Leberfleck).

Zudem tragen einige Infektionskrankheiten dazu bei, die Wahrscheinlichkeit der Tumorbildung zu erhöhen:

  • Die Besiedlung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori fördert die Entstehung von Magenkrebs.
  • Das vor allem in Afrika vorkommende Epstein-Barr-Virus kann zur Bildung von Tumoren im Bereich des Rachens führen.
  • Eine Infektion mit dem Herpes-simplex-virus im Genitalbereich kann dort zur Krebsentstehung beitragen.
  • So genannte Papillomaviren erhöhen das Krebsrisiko für die erkrankte Schleimhaut im Genitalbereich, insbesondere ist der Gebärmutterhals betroffen.
  • Das Hepatitis-B-Virus, welches für die Entstehung der Hepatitis B (Leberentzündung, häufig mit Gelbsucht verbunden) verantwortlich ist, kann auch die Entwicklung eines Lebertumors fördern.

Auch eine chronische Darmentzündung, die Colitis ulcerosa, erhöht nach einer Krankheitsdauer von 10 Jahren das Darmkrebsrisiko. Ebenso kann das familiär gehäuft vorkommende Auftreten zahlreicher Polypen im Bereich des Dickdarms (so genannte Polyposis coli) das Darmkrebsrisiko erhöhen.

Für einige Tumoren ist eine familiäre Belastung bekannt. Das bedeutet, dass diese Erkrankungen in einigen Familien häufiger auftreten und dass das Erkrankungsrisiko für nicht erkrankte Familienmitglieder erhöht ist. Diese sollten dann besonders aufmerksam ärztlich beobachtet und betreut werden. Familiär gehäuft auftretende Krebserkrankungen betreffen Tumoren der weiblichen Brust, der Gebärmutterschleimhaut und der Eierstöcke. Auch das gleichzeitige oder aufeinander folgende Vorkommen mehrerer Tumoren in verschiedenen Organen des Hormonsystems bei einem Patienten ist eine solche Erkrankung mit familiär erhöhtem Risiko. Betroffene Organe können in diesem Fall die Nebenschilddrüsen, die Bauchspeicheldrüse, die Hirnanhangsdrüse, die Schilddrüse und die Nebennieren sein.

Einige Lebensgewohnheiten tragen dazu bei, das Risiko für Krebserkrankungen zu erhöhen. Rauchen steigert die Erkrankungswahrscheinlichkeit für die meisten bösartigen Tumoren, insbesondere aber im Bereich der Atemwege (Kehlkopf, Lunge), der Harnwege (Blase) und des Gebärmutterhalses. Auch Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko. Lightzigaretten oder Filter vermindern das Risiko nicht. Auch Pfeifen- oder Zigarrenraucher leben gefährlich. Sie erkranken öfter an Mundhöhlenkrebs, als Zigarettenraucher. Deshalb ist auch ihr Risiko nicht niedriger einzuschätzen. Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Krebserkrankungsrisiko im Bereich von Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, weiblicher Brust und Leber. Insbesondere bei der Kombination aus starkem Rauchen und hohem Alkoholkonsum besteht ein gesteigertes Erkrankungsrisiko.

 

 

Quelle: Medizinfo.de

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