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Dez 21

Der Kahlköpfige, der Blinde und der Leprakranke – Lehrreiche kurze Geschichte!

Der Kahlköpfige, der Blinde und der Leprakranke 

 

Abu Huraira (r) überliefert, dass er den Gesandten Allahs (s) folgendes Gleichnis erzählen hörte: Es waren drei vom Volke Israel, die Allah prüfen wollte. Der erste war ein Leprakranker, der zweite ein Kahlköpfiger und der dritte war blind. Er sandte ihnen einen Engel in Menschengestalt zu. Dieser ging zu dem Leprakranken und fragte: „Was möchtest du am liebsten?“ Er antwortete: „Eine schöne Farbe und hübsche Haut und Heilung von dieser Krankheit, die die Menschen mich meiden ließ.“ Der Engel strich mit seiner Hand über seinen Körper, und seine Krankheit verschwand und sein Körper bekam eine schöne Farbe. Dann fragte ihn der Engel weiter: „Welchen Besitz hättest du am liebsten?“ Der Mann sagte: „Kamele (oder Kühe***).“ Daraufhin wurde dem Mann eine trächtige Kamelstute gegeben, und der Engel sagte: „Möge Allah sie für dich segnen.“ Sodann ging er zu dem kahlköpfigen Mann und fragte ihn: „Was möchtest du am liebsten?“ Der Mann antwortete: „Schönes Haar und Ersatz für das Fehlende, weswegen mich die Leute verabscheuen.“ Der Engel fuhr mit seiner Hand (über seinen Kopf), und seine Krankheit war geheilt und er bekam schönes Haar. Daraufhin fragte ihn der Engel: „Welchen Besitz hättest du am liebsten?“ Der Mann sagte: „Rinder!“, worauf ihm eine trächtige Kuh gegeben würde, und der Engel sagte: „Möge Allah sie für dich segnen!“ Sodann kam der Engel zu dem Mann, der blind war, und fragte ihn: „Was möchtest du am liebsten?“ Er sagte: „Dass Allah mir mein Sehvermögen wiedergeben möge, damit ich die Leute um mich herum sehen kann.“ Der Engel strich ihm mit seiner Hand über die Augen, und Allah gab ihm sein Sehvermögen wieder. Dann fragte ihn der Engel: „Welchen Besitz hättest du am liebsten?“ Der Mann sagte: „Ziegen!“, und ihm wurde eine trächtige Ziege gegeben. Diese Tiere brachten ihre Jungen zur Welt, und bald hatte einer ein Tal voller Kamele, der andere ein Tal voller Kühe und der dritte ein Tal voller Ziegen. Nach einiger Zeit besuchte der Engel den Leprakranken in dessen ursprünglicher Gestalt und sagte zu ihm: „Ich bin arm und habe alle Mittel zum Lebensunterhalt im Verlauf meiner Reise aufgebraucht, und nun weiß ich nicht mehr, an wen ich mich wenden soll, außer an dich und an Allah. Ich bitte dich im Namen Dessen, der dir eine angenehme Farbe gegeben hat und schöne Haut und Wohlstand, mich mit einem Kamel auszustatten, um meine Reise zu vollenden.“ Er antwortete: „Ich habe viele Verpflichtungen zu erfüllen.“ Da sagte der Engel: „Mir scheint, dass ich dich vorher schon einmal gesehen habe. Warst du nicht ein Leprakranker, der von den Leuten gemieden wurde, der arm war, und den Allah reich machte?“ Der Mann sagte: „Ich habe diesen Besitz von meinen Vorfahren geerbt.“ Der Engel sagte: „Wenn du eine Lüge sprichst, möge Allah dich in den Zustand zurückversetzen, in dem du warst.“ Dann kam er zu dem Kahlköpfigen in dessen ursprünglicher Gestalt, wiederholte seine Bitte und erhielt eine Antwort ähnlich der, die er von dem Leprakranken bekommen hatte. Auch zu diesem sagte er: „Wenn du eine Lüge sprichst, möge Allah dich in den Zustand zurückversetzen, in dem du warst.“ Darauf besuchte der Engel den blinden Mann in dessen früheren Gestalt und sagte zu ihm: „Ich bin ein armer Reisender. Meine Vorräte sind aufgebraucht und ich kann mein Reiseziel nicht erreichen, außer mit deiner oder Allahs Hilfe. Ich bitte dich im Namen Allahs, der dir deine Sehfähigkeit zurückgegeben hat, mir eine Ziege zu geben, die sich als Hilfe erweisen mag, mein Ziel zu erreichen.“ Der Mann sagte: „Ich war wirklich blind, und Allah gab mir mein Augenlicht zurück. Du magst nehmen was du willst, und zurücklassen was du willst. Bei Allah, ich werde dir nichts verweigern, was auch immer du im Namen Allahs, des Allmächtigen und Erhabenen, zu nehmen wünschst.“ Der Engel sagte: „Behalte alles, was du hast. Ihr wurdet alle drei versucht. Allah ist wahrhaft über dich erfreut und erbost über deine Gefährten.“ (Al-Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 65]

 

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