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Apr 16

Der Prophet Nuh, Allahs Segen mit ihm

Dies ist ein bescheidener Beitrag, um einen großen Propheten des Islam zu verteidigen. Alle haben den neuen Film mit dem Schauspieler ,,Russell Crowe‘‘ gesehen (oder zumindest davon gehört), wobei er den Propheten Nuh, bzw. Noah, (a.s.s., Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) verkörpert hat. Der Film stellt den Propheten als einen an Paranoia leidenden Alkoholiker dar! In diesem Film sollte Nuh (a.s.s.) sich nicht daran interessiert haben, Menschen zum allmächtigen Gott (Allah) aufzurufen, ebenso wenig sie zum rechten Weg zu leiten. Alles was ihn interessiert haben soll, war seine Familie und Paare von Tieren der Welt vor einer großen Sintflut zu retten und alle andere Menschen (auch unschuldige Menschen) ertrinken zu lassen… Eine grauenhafte Beschreibung, die die Integrität von diesem gesandten Allahs und somit auch die Weisheit und Barmherzigkeit von Allah selbst direkt in Frage stellen würde.Bevor man etwas detaillierter auf die Eigenschaften von Prophet Nuh (a.s.s.) aus der islamischen Perspektive eingeht, muss man den Zweifel am Glauben an diesen Propheten vom Weg räumen. Die zahlreichen Studien und Forschungen über die Geschichte der Flut von Nuh (a.s.s.) besagen eindeutig: Es geht um ein gemeinsames, wahres Welterbe.

Die Rede ist von einer göttlichen Strafe in Form einer riesigen Flut, wobei zahlreiche Menschen ertrunken sind und wenige von diesen dank einer Arche es geschafft haben zu überleben. Diese Geschichte scheint auf den ersten Blick außergewöhnlich und sogar unglaubwürdig. Jedoch macht der Spruch ,,kein Rauch ohne Feuer‘‘ Sinn, weil sie nicht nur in den Schriften der bekanntesten Weltreligionen übermittelt wird (Koran, Bibel, Hindu Puranas usw.), sondern auch in zahlreichen Mythologien von fast allen bekannten alten Zivilisationen der Welt: sei es im alten Nahen Osten (Sumer, Babylonien…), Asien-Pazifik (China, Indonesien, Polynesien…), Australien, Neuseeland, Europa (Griechen, Germanen…), Amerika (Azteken, Inka, Hopi…) und in vielen mehr (siehe Quellen am Ende des Artikels). Viele dieser Zivilisationen sind zeitlich und geografisch zu weit voneinander entfernt, um von einem ,,starken‘‘ Austausch, was die Mythen angeht, auszugehen (wenn überhaupt). Beispielsweise heißt der Mann laut hawaiischen Erzählungen, der die Flut überlebt hat, “Nu’u” (der eine erkennbare Ähnlichkeit zum im Koran erwähnten Namen Nuh aufweist), wodurch man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die Geschichte wahre Wurzeln in der Realität hat. Die Hypothese des göttlichen Ursprungs dieser Mythologien lässt sich auch nicht ausschließen, aber das ist ein anderes Thema…

Zurück zu Nuh (a.s.s.):

In Sure Al-A’raf ist zu lesen: ,,Wir haben Noah zu seinem Volk entsandt. Er sprach: „Ihr Menschen! Verehrt Gott! Ihr habt außer Ihm keinen Herrn. Ich fürchte für euch die Strafe des Großen Tages.”“ (Sure 7, Vers 59). Nuh (a.s.s.) war ein rechtschaffener Gesandter Allahs, der die Aufgabe hatte, sein Volk zum Islam aufzurufen. In einem Milieu, das unter dem Gewicht des Unglaubens und der Übeltaten nahezu zusammengebrochen war, war diese Aufgabe gar nicht leicht. Die folgenden Verse in der Sure “Nuh” beschreiben es besser, als jede Umformulierung es täte: ,,Er sagte: „Mein Herr! Ich habe meine Landsleute Tag und Nacht zum Glauben aufgerufen (5). Doch mein Aufruf hat sie nur dazu veranlasst, vor der Wahrheit zu fliehen (6). So oft ich sie dazu aufrief und sagte, dass Du ihnen ihre Sünden vergibst, steckten sie sich die Finger in die Ohren, hüllten sich in ihre Gewänder, beharrten auf ihrem Unglauben und verhielten sich anmaßend und hochmütig (7). Ich habe sie laut aufgerufen (8), dann habe ich öffentlich und im Verborgenen mit ihnen gesprochen (9). Ich sagte: „Bittet euren Herrn um Verzeihung! Er ist voller Vergebung (10). So wird Er euch vom Himmel reichlich Regen senden (11), euch Vermögen und Söhne bescheren, euch Gärten schaffen und Flüsse gewähren (12). Warum strebt ihr nicht danach, Gott gebührend zu verehren (13)? Er hat euch doch in verschiedenen Entwicklungsphasen erschaffen (14)… „“ (Sure 71, Vers 5-14).

Besorgt um sein Volk hat Nuh (a.s.s.) seine Botschaft mit Geduld verkündigt, jedoch haben nur wenige Menschen an ihn geglaubt. Diese waren ausschließlich arme und unterdrückte Menschen der Gesellschaft. Man hat es als ,,unangemessen‘‘ betrachtet, denselben und einzigen Gott anzubeten, an welchen die Armen glaubten, weil die Reichen und Wohlhabenden in dieser Hinsicht gleich mit den Armen wären – frei nach dem Motto: ,,Wir sind bessere Menschen, wir verdienen es, auch besseren Göttern zu dienen“. Der detaillierte Dialog darüber ist in den kommenden Versen in der Sure “Hud” zu lesen: ,,Wir haben Noah zu seinem Volk entsandt, dem er sagte: „Ich bin zu euch als Warner entsandt worden, der euch die Wahrheit klar verkündet (25). Ihr sollt niemandem außer Gott dienen. Ich fürchte für euch die Strafe eines qualvollen Tages.“ (26) „Da sprachen die ungläubigen Würdenträger seines Volkes: „Wir erkennen in dir lediglich einen Menschen wie unseresgleichen, und wir sehen, dass dir nur die Niedrigsten unter uns folgen und diejenigen, die nach dem Schein urteilen. Wir sehen keineswegs, daß ihr uns überlegen seid und meinen eher, dass ihr Lügner seid. (27)“ Da sagte er: „O mein Volk! Seht ihr nicht, dass ich klare Beweise von meinem Herrn habe. Er hat mir als Barmherzigkeit Seine Offenbarung zuteil werden lassen, der gegenüber ihr blind seid. Sollten wir sie euch aufzwingen, während ihr sie hasst (28)? O mein Volk! Ich fordere von euch dafür keinen Lohn. Mein Lohn obliegt Gott allein. Ich werde keineswegs die aus meiner Nähe verstoßen, die an meine Botschaft glauben, weil ihr sie für niedrig haltet. Sie werden Gott, ihrem Herrn, im Jenseits begegnen. Ich sehe, dass ihr ein Volk von Unwissenden seid (29). O mein Volk! Wer würde mich vor Gott in Schutz nehmen, wenn ich sie verstoßen würde? Wollt ihr denn nicht nachdenken (30)? Ich sage euch weder, dass ich Gottes Schätze habe, noch dass ich das Verborgene kenne, noch dass ich ein Engel bin. Den Menschen, die in euren Augen verächtlich sind, sage ich nicht, dass Gott ihnen nichts Gutes gewähren wird; Gott weiß, was sie in ihrem Innern hegen. Sagte ich das, wäre ich einer der Ungerechten. (31)“ (Sure 11, Vers 25-31).

Nichts von dem, was Nuh (a.s.s.) erzählt hat, konnte die Mehrheit seines Volkes vom rechten Weg überzeugen. Der Koran berichtet sogar, dass Nuh (a.s.s.) seinen eigenen Sohn nicht vom Islam überzeugen konnte… eine traurige und rührende Geschichte, womit man den Artikel beenden kann: ,,Er sprach: „Besteiget sie (die Arche)! Im Namen Gottes möge sie ablegen und wieder anlegen. Mein Herr ist allverzeihend, allbarmherzig (41) „. Sie glitt mit ihnen durch berghohe Wogen. Noah rief seinem Sohn, der abseits stand, zu: „Mein Sohn! Steige mit uns ein und bleibe nicht mit den Ungläubigen zurück! (42) Er erwiderte: „Ich werde mich auf einen Berg begeben, der mich vor dem Wasser schützen wird.“ Noah sprach: „Niemand ist heute geschützt vor Gottes Verfügung, ausgenommen die, denen Er Seine Barmherzigkeit angedeihen lässt.“ Die Wellen trennten sie voneinander, und er gehörte zu denen, die ertranken (43). Dann erging der Befehl: „O Erde, sauge dein Wasser auf!“ und „O Himmel, hör zu regnen auf!“ Das Wasser nahm ab, und das Ziel war erreicht. Die Arche legte an (dem Berg) Gudi an. Und es wurde gesprochen: „Weg mit der ungerechten Schar!“ (44) Noah rief seinen Herrn und sprach: „Mein Herr! Mein Sohn gehört zu meiner Familie, die Du zu erretten versprachst. Dein Versprechen ist die Wahrheit schlechthin, und Du bist der Weiseste aller Richter.“ (45) Er sprach: „O Noah! Er gehört nicht zu deiner Familie. Er beging eine üble Tat. Bitte Mich nicht um etwas, was du nicht weißt. Ich belehre dich, damit du dich nicht unter die Unwissenden reihst.“ (46) Darauf sagte er: „Mein Herr! Behüte mich davor, Dich um etwas zu bitten, was ich nicht weiß! Wenn Du mir nicht vergibst und mich nicht in Deine Barmherzigkeit aufnimmst, werde ich einer der Verlierer sein.“ (47) Dann wurde gesagt: „O Noah! Steige aus! Dich begleitet Friede von Uns. Segen sei über dir und über den Generationen, die mit dir sind! Es werden aber auch Generationen kommen, die Wir im Diesseits genießen lassen und dann mit qualvoller Pein im Jenseits bestrafen werden. (48)“ (Sure 11, Vers 41 – 48).
Quellen:
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Dundes, Alan (ed.). The Flood Myth. Berkeley: University of California Press, 1988. ISBN 0520059735

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