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Dez 19

Musab ibn Umair

Ich freue mich erneut, dem lieben Leser, eine neue tugendhafte Persönlichkeit vorstellen zu dürfen. Die Erzählung dieser Biographien sollen nicht bloß als Entertainment- Instrument begriffen werden, sondern vielmehr sollen wir eine Lehre aus den Geschichten ziehen. Diese edlen Persönlichkeiten sollen uns inspirieren  bessere Menschen zu werden und ich hoffe, dass wir alle diesen Zweck erreichen werden. Unser Held für heute heißt Musab ibn Umair. Es ist das Vorurteil unter vielen Religionszweiflern verbreitet, dass es bloß schwache, arme und naive Menschen sind, die Religionen befolgen und an Gott glauben. Nun, das trifft ganz und gar nicht auf unsere heutige Person zu. Musab ibn Umair war ein reicher, gut aussehender Junge und gehörte zu

einer edlen und angesehenen Familie in Mekka. Ihm fehlte es an nichts Materielles. Historiker und Überlieferer sagen über ihn: “Er war der verwöhnteste Junge Mekkas. Musab wurde im Wohlstand geboren und aufgezogen und wuchs im Luxus auf. Möglicherweise gab es keinen anderen Jungen, der von seinen Eltern so verwöhnt wurde, wie Mus’ab ibn ‘Umair. Dieser heitere Jüngling, liebkost und verwöhnt, der Gesprächsstoff der Damen von Mekka, das Juwel ihrer Gesellschaften und Versammlungen: ist es denkbar für so einen wie ihn, einer von den Legenden des Glaubens zu werden?”

Bei Allah, wie interessant ist diese Erzählung, die Geschichte von Mus’ab ibn ‘Umair oder Mus’ab, “der Gute”, wie er von den Muslimen genannt wurde. Er war einer derer, die vom Islam geformt und vom Propheten (s.a.w.) aufgezogen wurden. Aber wer war er?

Der junge Musab ibn Umair hörte eines Tages das, was die Leute von Mekka über Muhammad (s.a.w.) dem Wahrhaftigen zu hören begannen. Dass Allah ihn als Überbringer von frohen Botschaften und als Warner gesandt hatte und um sie zur Anbetung Allahs, dem einen Gott aufzurufen. In Mekka gab es kein anderes Gesprächsthema mehr außer dem Propheten Muhammad (s.a.w.) und seiner Religion, und dieser verwöhnte Junge war unter den aufmerksamsten Zuhörern.

Das war aufgrund der äußerlich bemerkbaren Weisheit und Vernunft, die die Eigenschaften von Mus’ab waren, obwohl er noch jung und die Blüte der Gesellschaften und Versammlungen war.

Er hörte, dass der Prophet (s.a.w.) und diejenigen, die an ihn glaubten sich weit weg von den Würdeträgern und den großen Männern der Quraish bei As-safaa im Haus von Al-Arqam Ibn Al-Arqam “daar Al-Arqam” trafen. Er zögerte nicht lange. Er ging in einer Nacht sich sehnend und ängstlich zum Daar Al-Arqam. Dort traf sich der Prophet (s.a.w.) mit seinen Gefährten, wo er ihnen den Qur’aan rezitierte und mit ihnen zu Allah, dem Erhabenen, betete. Kaum hatte Mus`ab Platz genommen und über die Verse aus dem Qur’aan, die der Prophet (s.a.w.) rezitierte nachgedacht, schon wurde sein Herz in dieser Nacht zum erhofften Herz.

Die Freude riss ihn fast aus seinem Sitz, weil er mit wilder Entzückung erfüllt war. Aber der Prophet (s.a.w.) legte seine gesegnete Hand auf sein klopfendes Herz und die Stille der Tiefe, des Ozeans füllte sein Herz. Augenblicklich schien dieser Jungendliche, der erst Muslim geworden war einen Verstand zu besitzen, welcher über sein Alter hinausragte und eine Entschlossenheit, die den Verlauf der Zeit hätte ändern können!

* * *

Die Mutter von Mus`ab war Khunaas Bint Maalik, die die Leute auf das Äußerste fürchteten, weil sie eine starke Persönlichkeit war. Als Mus`ab Muslim wurde, war er weder vorsichtig noch hatte er Angst vor irgendjemandem auf der ganzen Welt, außer vor seiner Mutter. Auch wenn Mekka mit all ihren Idolen, Adligen und Wüsten ihn herausgefordert hätten, wäre er ihnen gegenübertreten. Aber ein Streit mit seiner Mutter wäre für ihn undenkbar gewesen. Daher überlegte er schnell und entschied seinen Islam geheimzuhalten, solange es Allah wollte.

Er besuchte weiterhin Daar Al-Arqam und nahm am Unterricht vom Propheten (s.a.w.) teil. Er war zufrieden mit seinem Glauben und vermied den Zorn seiner Mutter, die nicht wusste, dass er den Islam angenommen hatte.

Wie auch immer behielt Mekka in dieser Zeit keine Geheimnisse, denn die Augen und Ohren der Quraish waren überall, wachsam und jeden Fußabdruck im heißen Sand überprüfend. Eines Tages sah `Uthman Ibn Taiha ihn ständig in Al Arqam’s Haus eintreten, dann sah er ihn ein zweites Mal, als er das Gebet verrichtete, genauso wie Muhammad (s.a.w.) es tat. Kaum hatte er ihn gesehen, schon rannte er mit den Neuigkeiten zu Mus`abs Mutter, die darüber verwundert war.

Mus`ab stand vor seiner Mutter, vor den Leuten und den Adligen von Mekka, die sich alle um ihn versammelt hatten, denen er dann die unwiderlegbare Wahrheit erzählte und ihnen den Qur’aan rezitierte, mit welchem der Prophet (s.a.w.) ihre Herzen gereinigt und es mit Ehre, Weisheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit gefüllt hatte. Seine Mutter richtete ihre Hand auf, um ihm einen heftigen Schlag zu versetzen, aber die Hand, die als Pfeil dienen sollte, erlag bald dem starken Licht, das das Strahlen seines Gesichts mit unschuldigem Glanz vermehrte, denn es forderte Respekt durch die ruhige Überzeugung.

Jedenfalls ersparte seine Mutter ihm, unter dem Druck ihrer Mütterlichkeit die Schläge und den Schmerz, obwohl es in ihrer Macht lag ihre Götter zu rächen, die er verlassen hatte. Stattdessen brachte sie ihn in eine Ecke ihres Hauses und schloss ihn dort ein. Sie legte ihm Fesseln an und sperrte ihn dort ein bis er von den Nachrichten über die Auswanderung (Hijrah) von einigen Gläubigen nach Abessinien hörte. Er dachte nach und es gelang ihm seine Mutter und seine Wächter zu täuschen, so konnte er nach Abessinien flüchten.

Dort blieb er mit seinen Mitreisenden und kehrte mit ihnen nach Mekka zurück. Er emigrierte ein zweites Mal nach Abessinien mit den Gefährten, denen der Prophet (s.a.w.) angeraten hatte auszuwandern und sie gehorchten ihm.

Obgleich Mus`ab in Abessinien oder in Mekka war, die Erfahrungen in seinem Glauben machten sich bemerkbar, in allen Orten und zu jeder Zeit.

Mus`ab war überzeugt, dass sein Leben gut genug geworden war, um dem Höchsten Erschaffer und großartigen Schöpfer als Opfer dargeboten zu werden. Er ging eines Tages zu einigen Muslimen während sie um den Propheten (s.a.w.) saßen und sobald sie ihn bemerkten, senkten sie ihre Köpfe und vergossen Tränen, weil sie ihn mit abgenutzten Kleidern sahen. Sie waren an sein früheres Erscheinungsbild, bevor er Muslim wurde, gewöhnt, als seine Kleidung wie Gartenblumen elegant und duftend war. Der Prophet (s.a.w.) sah ihn mit weisen Augen, dankbar und liebevoll, und seine Lippen lächelten mit Würde als er sagte:

“Ich sah Mus`ab hier und es gab keinen Jugendlichen in Mekka, der von seinen Eltern so verwöhnt wurde, wie er. Dann gab er das alles für die Liebe zu Allah und seinem Propheten (s.a.w.) auf!”.

Seine Mutter hatte ihm all den Luxus vorenthalten, mit dem er früher überschüttet worden war, als sie ihn nicht zu ihrer Religion zurückbringen konnte. Sie weigerte sich jemandem, der ihre Götter verlassen hatte, von ihrem Essen zu geben, selbst wenn er ihr Sohn war. Ihr letzter Kontakt mit ihm war, als sie versuchte ihn das zweite Mal einzusperren, als er aus Abessinien zurückgekehrt war. Er schwor, dass wenn sie es machen sollte, er all jene, die ihr dabei halfen ihn einzusperren, töten werde. Sie kannte die Wahrheit seines Entschlusses, wann er beabsichtigte und sich entschieden hatte etwas zu tun und so sagte sie ihm weinend Aufwiedersehen.

Der Abschiedsmoment offenbarte ein seltsames Festhalten am Unglauben seitens der Mutter, und ein größeres Festhalten am Glauben seitens des Sohnes. Als sie zu ihm sagte, während sie ihn von ihrem Haus hinaustrieb: “Geh weg, ich bin nicht mehr deine Mutter.” Er näherte sich ihr und sagte: “O Mutter, ich gebe dir einen Rat und mein Herz ist mit dir, bitte bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und das Muhammad sein Diener und Gesandter ist.” Sie antwortete ihm verärgert und wütend: “Bei den Sternen, ich werde nie in deine Religion eintreten, um meinen Status zu erniedrigen und meinen Verstand zu schwächen!”.

So verließ Mus`ab den Wohlstand in dem er gelebt hatte. Er war zufrieden mit einem harten Leben, welches er nie zuvor gesehen hatte, er abgenutzte Kleider trug, an einem Tag aß und am nächsten Tag hungerte.

Dieser Geist, der auf dem stärksten Glauben basierte, geschmückt mit dem Licht Allahs, machte ihn zu einem anderen Mann, einem der die Augen von anderen großen Seelen ansprach. Während er in diesem Zustand war, beauftragte ihn der Prophet (s.a.w.) mit der größten Mission seines Lebens, er sollte als Abgesandter von ihm nach Al-Madiinah. Seine Mission war es die Ansaar, die an den Propheten (s.a.w.) glaubten und ihm bei `Aqabah die Treue versprachen, zu unterrichten, andere zum Islam zu rufen und Al-Madiinah für den Tag der großen Hijrah vorzubereiten.

Es waren unter den Gefährten des Propheten (s.a.w.) in dieser Zeit andere, die älter und bekannter als  Mus`ab waren, aber auch näher zum Propheten (s.a.w.) durch die Familienbande standen.

Aber der Prophet (s.a.w.) wählte Mus`ab, “den Guten” wissend, dass er ihm die wichtigste Aufgabe in dieser Zeit anvertraut hatte und legte das Schicksal des Islams in Al-Madiinah in seine Hände.

Die leuchtende Stadt von Al-Madiinah war dazu bestimmt worden die Heimat der Hijrah zu sein, das Sprungbrett der islamischen Prediger und Befreier der Zukunft. Mus`ab war der Aufgabe und dem Vertrauen gewachsen, das Allah ihm gegeben hat und war ausgestattet mit einem exzellenten Verstand sowie einem edlen Charakter. Er gewann mit seiner Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit die Herzen der Menschen von Al-Madiinah. Und so nahmen sie die Religion Allahs in Scharen an.

In der Zeit als der Prophet (s.a.w.) ihn dahinsandte, hatten nur 12 Muslime die Treue zum Propheten (s.a.w.), bei `Aqaba, geschworen. Er hatte gerade einmal wenige Monate dort verbracht, als sie schon auf den Ruf von Allah und seinem Propheten (s.a.w.) antworteten. Während der Pilgerzeit sandten die Muslime von Al-Madiinah eine Delegation von 70 gläubigen Männern und Frauen nach Makkah um den Propheten (s.a.w.) zu treffen.

Sie kamen mit ihrem Lehrer Mus`ab Ibn ‘ Umair, dem Abgesandten des Propheten (s.a.w.). Mus`ab hatte durch seinen gesunden Verstand und seine Vorzüglichkeit bewiesen, dass der Prophet (s.a.w.) genau wusste wie man seine Abgesandten und Lehrer wählte.

Mus`ab war sich seiner Mission sehr bewusst. Er wusste, dass er ein Aufrufer zu Allah und ein Prediger seiner Religion war, der die Menschen zur Rechtleitung und zum geraden Weg leitete. Wie auch der Prophet (s.a.w.), an den er glaubte, war auch er nicht mehr als ein Überbringer der Botschaft. Hierbei blieb er standhaft, mit As`ad Ibn Zoraarah als Gastgeber besuchten sie Stämme, Häuser und Versammlungen, wo sie den Leuten rezitierten was sie vom Buche Allahs gehört hatten und wo sie ihnen beibrachten, dass Allah nur ein einziger Gott ist.

Er war mit bestimmten Fällen konfrontiert, die ohne seinen aktiven, intelligenten und großen Verstand sein Leben und das seiner Begleiter gekostet hätten. Eines Tages während er predigte, wurde er in Al-Madiinah von Usaid Ibn hudair, dem Führer vom Stamm `Abd Al-Ashhal, mit einem angespannten Pfeil überrascht.

Er war rasend vor Wut und Feindseligkeit  demjenigen gegenüber, der gekommen war um die Religion seiner Leute zu verderben, indem er ihnen sagte sie sollen ihre Götter verlassen und mit ihm über die Vorstellung von nur einem Gott sprechen, von dem sie vorher nichts wussten und noch nie von ihm gehört hatten. Ihre Götter waren für sie der Mittelpunkt ihrer Anbetung. Wenn einer von ihnen sie brauchte, kannten sie ihre Standorte. Sie baten sie um Hilfe. Das war, wie sie dachten und sich das vorstellten!

Aber was den Gott von Muhammad (s.a.w.) betraf, zu dem dieser Abgesandte aufrufte, kannte niemand seinen Standort, noch konnte irgendjemand ihn sehen! Als die Muslime, die um Mus`ab saßen, sahen, wie Usaid Ibn hudair in seiner ungezähmten Wut vorrückte, waren sie verängstigt aber Mus`ab, der Gute blieb standhaft. Usaid stand vor ihm und As`ad Ibn Zoraarah schrie: “Was bringt dich hierher? Bist du gekommen um unsere Religion zu verderben? Geh weg wenn du errettet werden willst!”

Und wie die Stille des Meeres und dessen Kraft begann Mus`ab mit seiner großartigen Rede, indem er sagte: “Willst du dich nicht hinsetzen und zuhören? Wenn dir unser Weg gefällt, kannst du es akzeptieren; und wenn es dir nicht gefällt, werden wir dich vor dem bewahren was du hasst.”.

Allah ist der größte! Wie großartig dieser Beginn ist, bei dem das Ende erfreulich ist! Usaid war ein aufmerksamer und cleverer Mann, hier sah er Mus`ab ihn lediglich einladen ihm zuzuhören und nicht mehr. Wenn er überzeugt wird, würde er es annehmen, und wenn er nicht überzeugt wird, würde Mus`ab seine Nachbarschaft und seinen Clan verlassen und in eine andere Nachbarschaft ziehen ohne zu schaden oder geschadet zu werden. Auf der Stelle antwortete ihm Usaid: “Gut, das ist gerecht”, und ließ seinen Pfeil auf den Boden fallen und setzte sich hin und hörte zu.

Mus`ab hatte kaum den Qur’aan gelesen und ihm die Mission, mit dem Muhammad Ibn `Abd Allah (s.a.w.) gekommen war erklärt, schon begann das Gewissen von Usaid sich zu erhellen und änderte sich durch die Wirksamkeit der Wörter. Er war überwältigt von ihrer Schönheit. Als Mus`ab mit seiner Rede fertig  war, rief Usaid zu ihm und denjenigen die mit ihm waren: “Wie schön ist diese Rede und wie wahr sie ist! Wie kann man in eure Religion eintreten?”. Mus`ab sagte zu ihm, er solle seinen Körper und seine Kleidung reinigen und sagen: “Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt”. Usaid zog sich kurz zurück und kam dann wieder, hat reines Wasser auf seinen Kopf geschüttet, stand da und verkündete: “Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und das Muhammad (s.a.w.) der Gesandter Allahs ist”.

Die Nachrichten verbreiteten sich wie ein Blitz und Sa`d Ibn Mu`aadh kam und hörte Mus`ab zu, woraufhin er auch überzeugt war und den Islam annahm. Dann kam Sa`d Ibn `Ubaadah.

Auf der Stelle kam der Segen mit ihrem Eintritt in den Islam. Die Leute von Al-Madinah kamen zusammen und fragten sich untereinander: “Wenn schon Usaid Ibn Hudair, Sa`d Ibn Mu`adh und Sa`d Ibn `Ubaadah den Islam angenommen haben, worauf warten wir dann noch? Geht direkt zu Mus`ab und glaubt. Bei Allah, er ruft uns zur Wahrheit und zum geraden Weg auf!”.

Der erste Abgesandte vom Propheten (s.a.w.) war unvergleichlich erfolgreich. Es war ein Erfolg den er verdient hat und dem er auch gerecht war.

* * *

Tage und Jahre vergingen. Der Prophet (s.a.w.) und seine Gefährten wanderten nach Al-Madinah aus und die Quraish waren rasend vor Neid und ihrer gottlosen Verfolgung der frommen Diener. So fand die Schlacht von Badr statt, wo sie eine Lektion erteilt bekamen und ihren starken Halt verloren. Nach diesem Ereignis bereiteten sie sich auf die Rache vor, und so kam die Schlacht von Uhud. Die Muslime mobilisierten sich und der Prophet (s.a.w.) stand in ihrer Mitte, um von den gläubigen Gesichtern einen auszuwählen der die Flagge halten durfte. Dann rief er Mus`ab, den Guten herbei, er kam vor und trug die Flagge.

Die schreckliche Schlacht wütete und das Kämpfen wurde heftiger. Die Bogenschützen missachteten die Anweisungen des Propheten (s.a.w.), indem sie ihre Positionen auf dem Berg verließen, nachdem sie sahen, dass die Polytheisten sich zurückgezogen hatten, als ob sie schon besiegt wären. Aber diese Tat wendete den Sieg der Muslime in eine Niederlage um. Die Muslime wurden von den Reitern der Quraish auf der Bergspitze überrascht, bei der viele Muslime durch die Schwerter der Polytheisten getötet wurden.

Als sie das Durcheinander und den Schrecken sahen, das die Reihen der Muslime spaltete, konzentrierten sich die Polytheisten darauf den Propheten zu töten. Mus`ab sah die drohende Gefahr und hob daraufhin die Flagge hoch während er, wie das Brüllen eines Löwen, schrie: “Allahu Akbar! Allah ist der größte!”. Er drehte sich, sprang mal rechts mal links während er kämpfte und den Feind tötete. Alles was er wollte war es, die ganze Aufmerksamkeit vom Propheten (s.a.w.) auf sich zu ziehen. Er wurde selber zu einer ganzen Armee. Nein, Mus`ab ging alleine um zu kämpfen, als ob er eine ganze Armee von Riesen wäre, und er hob mit Gefühl mit einer Hand die Flagge und mit der anderen Hand schlug er mit dem Schwert. Aber die Feinde vervielfachten sich gegen ihn. Sie wollten über seinen Leichnam gehen um zum Propheten (s.a.w.) zu gelangen.

Lassen wir uns von einem lebenden Zeugen die letzten Momente von Mus`ab dem Großen beschreiben. Ibn Sa`d sagte: Ibraahim Ibn Muhammad Ibn Shrahabil Al-`Abdriy erzählt von seinem Vater, der sagte: “Mus`ab Ibn `Umair trug die Flagge am Tag von Uhud. Als die Muslime zerstreut waren, stand er standhaft bis er auf Ibn Qumaah traf, der ein Ritter war. Er schlug ihm auf seine rechte Hand und trennte sie ab, aber Mus`ab sagte:

وَمَا مُحَمَّدٌ إِلاَّ رَسُولٌ قَدْ خَلَتْ مِن قَبْلِهِ الرُّسُلُ

“Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin.”(3:144)

Er trug die Flagge mit seiner linken Hand und stützte sich auf sie. Er schlug auf seine linke Hand und trennte sie, und so stützte er sich auf das Banner und hielt es mit seinem Oberarmen an seine Brust, und das alles während er sagte:

وَمَا مُحَمَّدٌ إِلاَّ رَسُولٌ قَدْ خَلَتْ مِن قَبْلِهِ الرُّسُلُ

“Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin.”(3:144)

Dann schlug ihm ein Dritter mit dem Speer, wobei das Speer durch ihn durchging. Mus`ab fiel und dann die Flagge”.

Die Elite der Märtyrer ist gefallen! Er fiel nachdem er in der großen Schlacht der Aufopferung und des Glaubens für Allahs Sache kämpfte. Er dachte, dass wenn er fällt, er auch gleichzeitig das Sprungbrett zum Tod des Propheten (s.a.w.) wäre, weil er dann ohne Verteidigung und Schutz dastünde. Er begab sich selber für den Propheten (s.a.w.) in Gefahr, überwältigt durch die Sorge und Liebe zu ihm und sagte jedesmal wenn ein Schwert vom Feind auf ihn schlug:

وَمَا مُحَمَّدٌ إِلاَّ رَسُولٌ قَدْ خَلَتْ مِن قَبْلِهِ الرُّسُلُ

“Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin.”(3:144)

Dieser Vers wurde später offenbart, nachdem er ihn ausgesprochen hatte.

Nach der bitteren Schlacht fanden sie die Leiche von dem aufrichtigen Märtyrer, der mit seinem Gesicht im Staub lag, als ob er fürchtete zuzusehen wie dem Propheten (s.a.w.) Schaden zugefügt wird. Daher verdeckte er sein Gesicht, sodass er diese Szene nicht sah. Oder vielleicht schämte er sich, dass er gefallen war bevor er die Sicherheit des Propheten (s.a.w.) gewährleistet hatte und bevor er ihm bis zum Ende gedient hatte, indem er ihn bewachte und beschützte.

Allah ist mit dir, Oh Mus`ab! Was für eine großartige Lebensgeschichte!

* * *

Der Prophet (s.a.w.) und seine Gefährten kamen dann um den Schauplatz der Schlacht zu besichtigen und sich von den Märtyrern zu verabschieden. Als sie an Mus`abs Leiche ankamen, fielen Tränen von den Augen des Propheten (s.a.w.). Khabbab Ibn Al-Arat erzählte: “Wir wanderten mit dem Propheten (s.a.w.) für Allahs Sache aus, daher lag unsere Belohnung bei Allah. Einige von uns gingen dahin bevor sie etwas von der Belohnung in diesem Leben erhielten, und einer von ihnen war Mus`ab Ibn ‘ Umair, der am Tag der Schlacht von Uhud als Märtyrer starb. Er hinterließ gar nichts zurück, bis auf eine Decke aus zerfetztem Wollstoff. Wenn wir seinen Kopf damit bedeckten, blieben seine Füße unbedeckt und wenn wir seine Füße damit bedeckten, blieb sein Kopf unbedeckt. Der Prophet (s.a.w.) sagte zu uns: “Bedeckt seinen Kopf damit und bedeckt seine Füße mit Zitronengras”.

Trotz des tiefen und starken Schmerzes, den der Prophet durch den Verlust seines Onkels Hamzah erlitt und die Verstümmelung seiner Leiche durch die Polytheisten auf eine Art und Weise, die den Propheten (s.a.w.) zu Tränen gerührt und sein Herz gebrochen hatte; trotz der Tatsache, dass das Schlachtfeld mit den Leichen seiner Gefährten, all denjenigen die die Spitze der Wahrheit, Frömmigkeit und Erleuchtung repräsentierten, übersät war, trotz all dem stand er bei der Leiche seines ersten Abgesandten, wo er sich von ihm verabschiedete und bitter weinte. Der Prophet (s.a.w.) stand an den Überresten von Mus`ab Ibn `Umair und sagte während seine Augen mit Tränen, Liebe und Treue gefüllt waren:

مِنَ الْمُؤْمِنِينَ رِجَالٌ صَدَقُوا مَا عَاهَدُوا اللَّهَ عَلَيْهِ

“Unter den Gläubigen waren Männer, welche wahrmachten, was sie Allah gelobt hatten.”(33:23)

Dann warf er einen traurigen Blick auf das Gewand in das er gehüllt war und sagte: “Ich sah dich in Mekkah und da war kein wertvolleres Juwel bemerkenswerter als du, und hier bist du ohne Kopfbedeckung in einem Gewand!”. Dann schaute der Prophet (s.a.w.) auf alle Märtyrer auf dem Schlachtfeld und sagte: “Der Prophet von Allah bezeugt am Tag der Auferstehung, dass ihr Märtyrer bei Allah seid.”. Dann versammelte er alle seine lebenden Gefährten um sich und sagte: “Oh Leute, besucht sie, kommt zu ihnen und begrüßt sie. Bei Allah, kein Muslim begrüßt sie ohne dass er zurückgegrüßt wird.”.

Friede sei auf dich, Oh Mus`ab. Friede sei mit euch, Oh Märtyrer. Friede und Segen Allahs sei auf euch!

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