«

»

Jul 25

Verhalten der Ansaar gegenüber Flüchtlingen aus Mekka

Flüchtlinge Islam Allah Verhalten

Flüchtlinge

 

Das Verhalten der Ansaar gegenüber den Flüchtlingen aus Mekka

 

Was ihr im folgenden lesen werdet, sind weder Märchen noch Legenden. Wären diese Geschichten nicht aus authentischen Überlieferungen zu uns gekommen, hätte kaum einer die geglaubt. Muslime würden sich sicher dafür interessieren zu wissen, wie die Sahaba (Gefährten des Propheten) Flüchtlinge empfangen haben, vor allem in dieser Zeit, in der wir tagtäglich mit Flüchtlingstragödien konfrontiert werden. Denn sie sollten unsere Vorbilder sein.

 

Der Empfang der Mohajeron (Flüchtlinge aus Makka) von den Ansaar (Einwohner von Madina) ist eines der bedeutendsten Beispiele für die Gastbarmherzigkeit, Menschenliebe und Hilfsbereitschaft, die die Menschheit je kannte. Allah hat sie sogar im Qur’an für ihr edleres Verhalten gelobt. Er sagte in Surat Al-Haschr Vers 9: „Und diejenigen, die in der Wohnstätte und im Glauben vor ihnen zu Hause waren, lieben (all die,) wer zu ihnen ausgewandert ist, und empfinden in ihren Brüsten kein Bedürfnis nach dem, was (diesen) gegeben worden ist, und sie ziehen (sie) sich selbst vor, auch wenn sie selbst Mangel erlitten. Und diejenigen, die vor ihrer eigenen Habsucht bewahrt bleiben, das sind diejenigen, denen es wohl ergeht”

 

Die Ansaar (Sahaba aus Medina) haben die Flüchtlinge aus Mekka besser behandelt als ihre eigenen Kinder. Der Prophet, Segen und Frieden auf ihm, hat aus denen richtige Geschwister gemacht. Jeder Flüchtling wurde dann von einem Medinenser betreut. Der Ansari kam zu dem Mekkaner und sagte: “Hier ist mein ganzes Geld, ich lege es vor dir, nimm die Hälfte davon. Das sind meine Grundstücke, Kamele etc, ich teile sie mit dir. Wenn du unverheiratet bist und heiraten möchtest, verheiraten wir dich ohne von dir irgendwas zu verlangen.” Die Medinenser wollten die Flüchtlinge so gerne bei sich Zuhause aufnehmen, dass sie sogar per Losverfahren entschieden, wer von denen, den einen Flüchtling aufnehmen darf.

 

Jeder von uns soll sich einmal vorstellen, selber in der heutigen Situation des Flüchtlings zu sein. Alles hinter sich in der Heimat lassen zu müssen, Geld, Familie, die schönen Erinnerungen, das Land selbst und sich auf einer Reise voller Gefahren machen zu müssen, um ein bestimmtes fremden Land zu erreichen. Und wenn er dann zu diesem Land tatsächlich angekommen ist, begegnet er Feindschaft, Hilflosigkeit und Einheimische, die ihn ungern in ihrem Land haben möchten. Wie würden wir reagieren, wenn diese bedürftigen Flüchtlinge unsere Eltern, Kindern, Tanten und Onkeln wären. Würden wir nicht wünschen wollen, dass sie so ähnlich wie die Mekkaner von den Medinenser behandelt werden?

 

Der Prophet, Segen und Frieden auf ihm, hat die Ansaar für ihr großartiges Verhalten gegenüber den Flüchtlingen aus Mekka in mehreren Ahadithe gelobt. Er sagte zu denen: „Bei Allah, ihr zählt zu denjenigen, die ich am meistens liebe. Ihr zählt zu den besten meiner Geliebten.“ Er wiederholte den selben Satz noch einmal um zu sagen, dass er das sehr ernst meint. (Sahih Muslim). In einem anderen Hadith sagte er, Frieden und Segen seien auf ihm: „Wer Al-Ansaar liebt ist ein Mo’men (Gläubiger) und wer sie nicht liebt, ist ein Munafiq (Heuchler), wer sie liebt, wird von Allah geliebt und wer sie nicht liebt, wird von Allah nicht geliebt“ (Al-Buchari).

 

Liebe Geschwister, wir können ähnliche Lobwörter vom Propheten, Segen und Frieden auf ihm, verdienen, wenn wir zu unseren Geschwister stehen, die Zuflucht bei uns suchen, und für sie immer da sind, sie betreuen, ihnen helfen und auf ihre Wünschen eingehen und ihre Bedürfnisse berücksichtigen, genauso wie die Ansaar für die Mekanner da gewesen sind. Möge Allah uns zu den Besten werden lassen und uns dabei helfen, hilfsbereite Menschen zu werden – Amin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>