«

»

Feb 03

Warum Brasilien über 200 000 Soldaten gegen Zika eingesetzt hat?!

Was ist das Zikavirus?

Das Zikavirus wird von Mücken übertragen, vor allem vermutlich von der Gattung Aedes. Die Symptome einer Zikavirus-Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber. Im Vergleich zu anderen tropischen, mückenübertragenden Erkrankungen werden diese aber als milder ausgeprägt beschrieben. Das Virus steht jedoch im Verdacht, bei Kindern im Mutterleib Hirnfehlbildungen zu verursachen.
Das Virus wurde 1947 erstmals bei einem Affen im Zikawald in Uganda, Afrika, isoliert. Es zirkuliert offenbar auch in Asien. Größere Ausbrüche beim Menschen wurden 2007 in Mikronesien und ab 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum, wie etwa Französisch Polynesien, beobachtet. Aktuell breitet sich das Virus in Mittel- und Südamerika aus.

image

Aktuelle Ausbreitung
Derzeit breitet sich das Virus in über 20 Ländern in Mittel- und Südamerika aus (s. Bild).

image

 

Übertragung
Zikaviren werden in erster Linie durch den Stich infizierter Mücken, z.B. den in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreiteten Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), übertragen. Es ist nicht auszuschließen, dass neben der Gelbfiebermücke auch andere Mücken, z.B. die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) das Zikavirus verbreiten können. Die asiatische Tigermücke kommt auch in manchen Regionen der gemäßigten Breiten vor.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung spielt keine Rolle bei der Verbreitung. Nur in Einzelfällen scheint die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung zu bestehen. Vermutlich hat das aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Verbreitung des Erregers. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Zikaviren über die Muttermilch weitergegeben werden können.

 

Symptome
Die Symptome einer Zikavirus-Infektion ähneln denen anderer mückenübertragender Infektionen (z.B. Denguefieber), werden aber als deutlich milder beschrieben. Am häufigsten sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber. Die Symptome treten in einem Zeitraum von drei bis 12 Tagen (meist drei bis sieben Tage) nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Eine Behandlung im Krankenhaus ist meist nicht erforderlich. Einzelne Todesfälle, die bei Zikavirus-Infektionen beschrieben wurden, traten offenbar bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen auf. Ein großer Anteil der Infektionen verläuft vermutlich asymptomatisch, das heißt, die Betroffenen haben keinerlei Symptome.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen einer Zikavirusinfektion in der Schwangerschaft und Hirnfehlbildungen beim ungeborenen Kind wird derzeit untersucht (siehe „Ist das Zikavirus für Schädel-Hirnfehlbildungen bei Kindern im Mutterleib verantwortlich?“).
In einigen Fällen kann es nach einer Zikavirus-Infektion wahrscheinlich auch zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommen, einer Erkrankung der peripheren Nerven

 

Warum Fehlbildungen bei Neugeborenen erst jetzt auffallen?
In den Regionen in Afrika, in denen das Zikavirus schon länger bekannt vorkommt, ist kein Zusammenhang von Zikavirus und Mikrozephalie beschrieben. Dies kann daran liegen, dass in diesen Regionen die Bewohner die Zikavirusinfektion im Kindesalter durchmachen und ein Großteil der Frauen bei der ersten Schwangerschaft schon immun ist. In den neuen Verbreitungsgebieten ist das nicht der Fall.

 

Behandlung
Es gibt weder einen Impfstoff noch Medikamente, mit dem sich Zikavirus-Infektionen gezielt behandeln lassen. Die Krankheit wird symptomatisch behandelt: mit schmerz- und fiebersenkenden Medikamenten, viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit.
Warum gibt es keinen Impfstoff?
Bis zum aktuellen Ausbruchsgeschehen in Mittel- und Südamerika war nur bekannt, dass Infizierte meist nicht sehr schwer erkranken. Daher war das Zikavirus bislang kein Kandidat für die Impfstoffentwicklung.

 

Gefahr für Deutschland?

Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) kommt in Deutschland nicht vor. Eine andere Mückenart, von der noch nicht bekannt ist, ob sie das Zikavirus überträgt – die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) – kommt nur sehr punktuell in Süddeutschland vor. Eine Mücke müsste sich auch erst einmal selbst an einem Zika-Patienten infizieren, bevor sie das Zikavirus weiterverbreiten könnte. Unter folgenden Voraussetzungen wäre eine Übertragung und Infektion in Deutschland möglich:
Die in Europa lebende asiatische Tigermücke oder eine andere hiesige Mücke ist biologisch in der Lage, das Virus zu übertragen.
Eine dieser Mücken nimmt von einem infizierten Reiserückkehrer aus den Epidemiegebieten das Virus auf.
Eine solche Mücke sticht eine weitere Person.
Wenn es im Sommer eine größere Anzahl importierter Zikavirus-Fälle in Deutschland geben würde (siehe „Wie viele Zikavirus-Fälle sind bislang in Deutschland aufgetreten?“) und die hiesigen Mücken das Virus tatsächlich übertragen könnten, dann wären einzelne Übertragungen in Deutschland in besonders warmen Sommermonaten nicht ausgeschlossen.

 

 

 

Quellen: Robert Koch Institut

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3417175/Brazil-sends-200-000-soldiers-stop-spread-Zika-virus-outbreak-seen-huge-numbers-babies-born-small-heads.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>